Tauschring

In einem Tauschring (auch Tauschkreis) werden vorrangig Dienstleistungen getauscht. Die Verrechnung der aufgewendeten Zeit erfolgt über ein Punktesystem. Es handelt sich um ein Non-Profit System ohne Bargeld. Weil zwischen zwei Personen für den Gegentausch (Geben und Nehmen) häufig kein geeignetes Anliegen besteht, erfolgt die Verrechnung der Zeiteinheiten (ich habe Person X drei Stunden lang geholfen, Person Y hat aber 4 Stunden etwas ganz anderes für mich getan) über eine Art Bank. Wir setzen zur Verbuchung unserer Zeiteinheiten (wir nennen sie Pauschis, ein Pausch entspricht 10 Minuten) die Plattform cyclos ein.

Unter http://www.communities.cyclos.org/pausch kann man sich

  • als Mitglied anmelden,
  • Dienstleistungen suchen,
  • selber Angebote und Gesuche inserieren,
  • eigene Tauschdeals verbuchen und
  • sie mit Pauschis aus dem eigenen Konto „bezahlen“.

Selbst das Tauschen könnte man mit einer gewissen „Gewinn“-Orientierung betreiben und recherchieren, ob man eine dringend benötigte Hilfe hier vor allen Dingen „billig“ bekommt. Das klappt erfahrungsgemäß nicht, es widerspricht der Grundidee:

Ein Tauschgeschäft im Soldiner Kiez-Tausch ist ein Deal, über den sich alle Beteiligten freuen können:

  • Ein Beteiligter bekommt Hilfe bei seinem Anliegen.
  • Der andere Beteiligte hat Freude, einem Nachbarn mit diesem Angebot zu „dienen“, seine Zeit in einem wertvollen, sinnvollen Zusammenhang einzusetzen.
  • Beide können sich freuen, dass der schöne, kleine „Deal“ in einem tragfähigen, transparenten  Rahmen stattfindet. Das ist für die Beteiligten eine Form von Anerkennung und hat für das Kiezleben Vorbildcharakter. Ein Vorbild, das vielleicht weitere Kreise zieht und Dritte zur aktiven Teilnahme am Tauchring motiviert.

Es gibt mehrere hundert Tauschringe in Deutschland, der Kreuzberger Tauschring ist beispielsweise schon 20 Jahre alt.

Tauschringe gehören zur solidarischen Ökonomie. Auch Dienstleistungen sind Wirtschaftsfaktoren, aber das Geben und Nehmen auf nachbarschaftlicher, solidarischer Basis steht hier im Vordergrund, deshalb „solidarische Ökonomie“.

Zur begrifflichen Unterscheidung: Mit einer Regionalwährung (Bürgerblüten, Donautaler, Havelblüten, Lindentaler, u. a.) kann man in Geschäften mit entsprechendem Papiergeld einkaufen gehen. Regionalwährungen kann man auch in „richtige“ Euros umwechseln (und umgekehrt). So weit sind wir im Soldiner Kiez aber noch nicht. Regionalwährungen erfordern gesetzliche Grundlagen, die wir (noch) nicht erfüllen. Man darf (leider) nicht einfach eigenes Geld drucken 😉

Nähere Informationen über unser konkretes Tauschringprojekt im Soldiner Kiez finden sich insbesondere unter Projektbausteine.

 

Ein Kommentar zu Tauschring

  1. Pingback: Infostand & E-Basteln beim musikalischen Panke-Parcours - Repair Café Soldiner

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